Manchmal ist die größte Aufgabe nicht das nächste Shooting, sondern der Alltag, der davor liegt.
In diesem Beitrag nehme ich dich mit auf die letzten Monate. Auf eine Zeit, die auf den ersten Blick vielleicht ruhig aussah, in der aber viel passiert ist, nur nicht das, was man von außen sofort sieht. Ich möchte in diesem Beitrag einmal ehrlich sein. Nicht über ein Shooting, nicht über einen Prozess, sondern über diese Monate, die anders liefen, als ich sie mir vorgestellt hatte. Vielleicht kennst du das als Fotografin auch. Monate, in denen das Leben mehr Raum eingenommen hat als die Kamera.
Eine Zeit, die mit einer Entscheidung begann
Schon im November und Dezember letzten Jahres war klar, dass ich aus Berlin wegziehen werde, nach Oberbayern. Ab diesem Moment war mein Kopf nicht mehr so kreativ, wie ich es sonst kenne. Ich war im Kopf schon im Prozess des Packens, des Organisierens, des Vorbereitens. Ich wollte, dass dieser Umzug möglichst ohne Stress abläuft, und genau das hat viel Raum eingenommen. Raum, der sonst der Kreativität gehört hätte.
Es war mein dreizehnter Umzug. Und dieser eine hat mich mehr Kraft gekostet, als ich erwartet hatte.

Zwischen Kisten und Kamera
Im Februar hatte ich noch einen Videodreh für einen Bekannten, einen Physiotherapeuten, für den ich Sportvideos aufgenommen habe. Darüber hinaus habe ich in dieser Zeit nicht viele Aufträge angenommen. Nicht, weil ich nicht wollte, sondern weil die Zeit dafür einfach nicht da war.
Ankommen in Oberbayern
Dann kam der Umzug selbst. Ankommen, alles in Ordnung bringen, ein neues Zuhause finden in einem neuen Teil von Deutschland. Es folgte ein langer „Winter“. Eine Zeit, die still war, aber notwendig.

Erste Lichtblicke
Irgendwann kam wieder Bewegung in die Sache. Ich hatte einen wunderschönen Auftrag mit der lieben Mirjam, bei dem wir gemeinsam fotografiert haben. Wir waren an einem unglaublich schönen Ort hier in Bayern, mit Blick auf die Zugspitze, und haben dort für Mirjam fotografiert.
Genau in diesem Moment habe ich wieder gespürt, wie lebendig sich das anfühlt. Diese Kreativität, die in den Monaten davor so wenig Raum hatte, war plötzlich wieder da. Und es hat mir noch einmal gezeigt, dass Fotografie genau das ist, was meine Leidenschaft trägt und wofür mein Herz wirklich schlägt.
Das Greator Festival 2026 in Köln
Im Juni war ich beim Greator Festival 2026 in Köln, einem der größten Festivals für Persönlichkeitsentwicklung in Europa. Ich war dort als Volontärin, und habe das Team von Momentesammler (Patrick Reymann) unterstützt.
Schon kurz davor habe ich gespürt, dass mich das wahrscheinlich überfordern wird. An dem Wochenende kamen dann auch noch extreme Temperaturen dazu. Im Rückblick hat mir genau dieses Erlebnis gezeigt, dass diese Art zu unterstützen nicht das ist, was zu mir passt. Es war ein kurzer Einsatz, aber ein ehrlicher.
Danach wurde es wieder ruhiger.
Und jetzt
Im September habe ich zwei große Aufträge, über die ich mich sehr freue. Und ich würde mir wirklich wünschen, dass mehr dazukommt. Das schreibe ich hier nicht, weil ich mich rechtfertigen möchte, sondern weil ich glaube, dass es anderen Fotografinnen ähnlich geht, und weil ich finde, dass wir viel zu selten offen darüber sprechen.
Ein ehrliches Wort an uns Fotografinnen
Wir sprechen viel über Sichtbarkeit, über Content, über die nächste Idee. Selten sprechen wir darüber, dass Kreativität kein Zustand ist, der einfach immer verfügbar ist. Sie braucht einen ruhigen Kopf. Und ein ruhiger Kopf ist nicht das, was ein dreizehnter Umzug mit sich bringt.
Ich glaube, viele von uns tragen die stille Erwartung in sich, immer sichtbar zu sein, immer zu produzieren, immer die nächste Idee bereitzuhalten. Dabei vergessen wir manchmal, dass auch wir Menschen sind, deren Leben sich verändert, umzieht, neu ordnet. Und dass das kein Stillstand ist, sondern ein Teil des Weges.
Wenn du gerade selbst in so einer Phase steckst, in der das Leben lauter ist als die Kreativität, dann möchte ich dir sagen: Das ist kein Scheitern. Das ist einfach das, was ein Neuanfang manchmal kostet.
Kreativität verschwindet nicht. Sie wartet nur auf den Moment, in dem wieder Raum für sie ist.
Hab es schön und bis zum nächsten Mal!
EjaFoto


